Zimmer No 7

Eine Geschichte aus Illmitz

22.9.2026 

Eine Geschichte aus Illmitz

Als Anna am Abend in die Pension zurückkam, war sie sich sicher, dass sie etwas vergessen hatte. Nur was? Sie stellte ihre Tasche auf den Boden, schloss die Tür hinter sich und blieb einen Moment im Vorraum stehen.

Alles war ruhig. Zu ruhig. Sie sah auf die Uhr, es war 22:17 Uhr.

Anna war den ganzen Tag unterwegs gewesen. Radfahren, ein Spaziergang durch die Weingärten, später ein Glas Wein und ein langes Gespräch mit einem älteren Ehepaar. Jetzt wollte sie nur noch schlafen. Sie ging die Treppe hinauf. Als sie an ihrer Zimmertür vorbeikam, blieb sie plötzlich stehen. Auf dem Türschild stand: 7. Anna runzelte die Stirn. Ihr Zimmer war Nummer 2, ganz bestimmt! Sie nahm den Schlüssel aus ihrer Tasche. Zimmer 2. Sie sah wieder zur Tür. Nummer 7. Vielleicht hatte sie sich geirrt.

Sie ging zurück zur Rezeption. Dort lag ein kleiner Zettel. „Ihr Zimmer ist heute Nacht Zimmer 7.“ Keine Unterschrift oder sonst irgendetwas. Anna nahm den Zettel in die Hand. In diesem Moment hörte sie hinter sich ein leises Geräusch. Klick. Sie drehte sich um. Die Tür zu Zimmer 7 stand offen.

Anna war sicher, dass sie vorher geschlossen gewesen war. Sie trat ein. Das Zimmer sah beinahe genauso aus wie ihres. Ein Bett, ein Schrank, eine Tür zum Balkon. Auf dem Tisch stand eine kleine Lampe und daneben lag ein Buch. Ein altes Buch mit einem schwarzen Einband. Anna öffnete es.

Auf der ersten Seite stand: 

„Für den Gast, der heute Nacht in Zimmer 7 schläft.“

Darunter: 

„Wenn du diese Zeilen liest, bist du bereits Teil der Geschichte.“

Anna musste lachen. „Sehr lustig“, murmelte sie. Sie blätterte weiter. Die nächsten Seiten waren leer. Bis auf eine. Dort stand: „Morgen früh wird jemand behaupten, dich heute Nacht gesehen zu haben. Glaube ihm nicht.“

Anna legte das Buch weg. Sie beschloss, nicht weiter darüber nachzudenken. Doch als sie das Licht ausschalten wollte, bemerkte sie etwas auf dem Fensterbrett. Ein kleines, altes Foto. Darauf war die Pension zu sehen. Anna drehte es um. Auf der Rückseite stand ein Datum: 
22. September 2026. Das heutige Datum.

Sie spürte plötzlich eine Gänsehaut. Denn das Foto konnte unmöglich alt sein. Auf dem Bild stand eine Person im Garten, es war eine Frau mit dem Rücken zur Kamera. Anna trat näher an das Fenster. Die Frau auf dem Foto trug genau dieselbe Jacke wie Anna. Anna blickte hinaus, im Garten brannte nur eine kleine Lampe. Niemand war zu sehen.

Dann hörte sie hinter sich Schritte. Langsam. Ein Schritt. Noch einer. Anna drehte sich um. Die Tür war geschlossen. Auf dem Tisch lag das Buch.

Und die Seite, die eben noch leer gewesen war, hatte plötzlich neue Worte:

„Dreh dich nicht um.“

NÄCHSTER BEITRAG, 26.9.2026

Hier geschehen eigenartige Dinge. Ist diese Pension verhext oder sehe ich Gespenster, fragt sich Anna? Sie dachte nicht weiter nach und ging zu Bett.

Im Traum begegnete sie der Frau aus dem Garten. Diese nahm sie beid er hand und versucht ihr etwas zu sagen. Anna verstand sie nicht, denn die Frau sprach in einer fremden Sprache.

Anna erwachte urplötzlich und meinte Schritte zu hören. Alles war stll und draussen war es noch dunkel. Als sie erneut aufwachte schien die Sonne und ein neuer Tag begann.

Nach dem Frühstück packte sie ihre Sachen zusammen und wollte nur noch aus dieser Pension ausziehen. Wo sollte sie hingehen?

NÄCHSTER BEITRAG, xx.xx.2026

 

 

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