Der Schlüssel im Garten

Eine Geschichte aus Illmitz

22.9.2026 

Eine Geschichte aus Illmitz

Der Schlüssel lag dort, wo ihn niemand finden sollte. Zwischen zwei alten Steinen im Garten, gleich beim Nussbaum. Fast vollständig von Moos bedeckt.

Niemand wusste, wie lange er schon dort lag. Bis Lukas ihn fand. Es war kurz nach sieben Uhr morgens. Lukas war früh aufgestanden, obwohl er eigentlich ausschlafen wollte. Die Luft war frisch, der Garten noch still und über den Wiesen lag dieser besondere Geruch nach feuchter Erde und Herbst.

Er ging barfuß hinaus. Nach wenigen Schritten blieb er stehen. Etwas glitzerte zwischen den Steinen. Er bückte sich: ein Schlüssel. Alt. Schwer. Und erstaunlich schön!

Auf dem Griff war ein kleines Zeichen eingraviert: OP

Lukas steckte den Schlüssel in seine Hosentasche. Beim Frühstück fragte er beiläufig: „Gibt es hier eigentlich alte Keller oder so etwas?“ Die Gastgeberin sah ihn kurz an. „Warum?“ - „Ach, nur so.“ Sie lächelte. „In alten Häusern gibt es immer irgendwo etwas, das man nicht erwartet.“

Mehr sagte sie nicht. Lukas konnte den Gedanken an den Schlüssel nicht loswerden. Nach dem Frühstück ging er wieder in den Garten. Er suchte die Stelle, an der er ihn gefunden hatte. Dort war jetzt nichts mehr aber unter den Steinen entdeckte er etwas anderes: eine kleine Metallplatte.

Darauf stand: „Nicht hier.“ Darunter ein Pfeil, der zeigte auf einen alten Baum. Lukas ging hinüber. Am Stamm war eine zweite Markierung eingeritzt. Ein Kreis, darin drei Linien.

Er strich mit den Fingern darüber. Plötzlich fiel ihm etwas auf. Eine der Wurzeln war ungewöhnlich locker. Er zog daran – doch nichts. Er zog noch einmal als sich ein kleines Stück Holz löste.

Dahinter befand sich ein Hohlraum. Und darin lag … ein Brief. Er nahm ihn heraus. Der Umschlag war ungeöffnet. Auf der Vorderseite stand: „An denjenigen, der den Schlüssel findet.“ Das war dann wohl er also öffnete er ihn. Der Brief war kurz:

„Wenn du dies liest, hast du den ersten Teil gefunden. Der Schlüssel gehört zu einer Tür, die seit mehr als dreißig Jahren niemand geöffnet hat. Aber bevor du sie suchst, musst du drei Dinge finden. Das erste liegt dort, wo morgens die Sonne ins Haus fällt. Das zweite dort, wo nachts niemand freiwillig hingeht. Und das dritte …

Lukas hielt inne. Der letzte Satz war durchgestrichen. Darunter stand nur: „Vertraue dem, der behauptet, den Schlüssel zu kennen.“ Lukas las den Satz noch einmal. Dann hörte er Schritte hinter sich. „Du hast ihn gefunden.“ Er drehte sich um.

Ein Mann stand am anderen Ende des Gartens. Er sah den Schlüssel in Lukas' Hand. Und wurde plötzlich blass. „Woher hast du den?“ Lukas antwortete nicht. Der Mann kam langsam näher. „Du musst mir den Schlüssel geben.“ „Warum?“ Der Mann sah sich um.

Dann sagte er leise: „Weil du sonst etwas findest, das besser für immer verborgen geblieben wäre.“

In diesem Moment fiel Lukas der Brief aus der Hand. Der Wind drehte ihn um. Auf der Rückseite stand eine Zahl. 14.

Und darunter ein zweites Wort: „KELLER.“

NÄCHSTER BEITRAG, 02.10.2026

Doch Lukas war sich sicher, dass er allle Erwartungen alleine durchziehen würde - er würde den geheimnisvollen Keller finden.

Wäre da nicht seine eigene Angst sich im Dunkeln zu fürchten!Q Ein alter Keller war vermutlich - alt, dunkel und unheimlich.. .

NÄCHSTER BEITRAG, xx.xx.2026

 

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